Top 4 Galerien, die du auf der Liste Art Fair Basel 2026 nicht verpassen solltest:
- Martina Nommsen
- vor 6 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Das Erfahren der Liste 2026 gleicht einem Balance-Akt zwischen wirren Gängen, endlos erscheinenden Galerieräumen und einer nicht zu ignorierenden Akustik innerhalb des Menschengetümmels. Das Outfit vieler Gäst:innen ist schon Kunst genug: Zwischen gehäkelten Cardigans, orangefarbenen Plüsch-Hausschuhen oder Glitzerpumps, gesichtsverdeckenden Sonnenbrillen und jeder Menge Weingläser rücken die Kunstwerke in den weissen Kuben am ersten Ausstellungstag fast in den Hintergrund.
Nicht nur einmal erklingen Seufzer, streifen resignierte Blicke durch das Gemenge und wird kapitulierendes Gemurmel hörbar: "Ich habe meine Strategie verloren...", "Ach, hier war ich doch schon!" oder "wo geht es weiter?" - der Aufbau der Liste gleicht wieder einmal einem Labyrinth, durch das es sich zu kämpfen lohnt. Auf den ersten Blick wirkt alles sehr weiss und und zurückhaltend (nur ein Kubus ist Schwarz gestrichen), nichts wirklich immersiv erfahrbares (oder habe ich es übersehen) und viele Arbeiten flächig an der Wand - die Liste eröffnet mit einem fast schon zu klassischen Eindruck, trotz ihres Renommées, die führende Kunstmesse für Gegenwartskunst zu sein.
Mit dem Floorplan in der Hand arbeite ich mich den Nummern entlang, um nichts zu verpassen. Damit euch der Fokus leichter fällt, kommen hier 4 Galerien mit Ortsangabe, deren ausgewählte Künstlerinnen du auf keinen Fall verpassen solltest:
NO 1
Wo: Booth 76
Galerie: Waitingroom, Tokio
Künstlerin:Rikako Kawauchi
Mit ihrer eindrucksvollen Solo-Show präsentiert Kawauchi ihre textile Kunstfertigkeit mit einer so starken Leidenschaft, dass das Auge ausnahmsweise länger innerhalb einer Booth verweilen möchte. Ihre Auseinandersetzung mit Nahrung, Körperwahrnehmung und Transformation fügt sich zu einem liniendominierenden Netzwerk, welches kleines Details verrät. Aussen- und Innenraum verschmelzen zu einem fragilen Gespinst aus feinstgesponnen Fäden.
NO 2
Wo: Booth 22
Galerie: Afriart Gallery Kampala
Künstlerin: Fiker Solomon
Äthiopische Künstlerin widmet sich der weiblich assozierten Kunst der Handarbeit. Erdige und kräftige Farben in stetem Wechsel, amorphe Formen und ein tiefes Verständnis der Natur heben diese Wandteppiche auf ein neues Level und ezugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit Umgebung, Vergänglichkeit und Materialbeschaffenheit.
NO 3
Wo: Booth 89
Galerie: PiLOT Galeri Istanbul
Künstlerinnen: Irem Tok und Hamra Abbas
Papier, Bücherseiten, Bücher - Skulptur, Fotografie, Diorama. Tok bewegt sich zwischen der Fragilität und vergänglichen Beschaffenheit des papiernen Materials und verwandelt es in etwas Bestehendes und Elementares. Sie betreibt Wissenschaft und Recherche, interpretiert und erschafft neue Welten in Bezug zu dem innewohnenden historischen Narrativ ihres Mediums.
NO 4
Wo: Booth 41
Galerie: Ivan, Bucharest
Künstlerin: Thea Lazăr
Stickerei im textilen Feld des Kunsthandwerks in Kombination mit botanischen Elementen ist insbesondere faszinierend, wenn die fragilen Materialien und Elemente eine Symbiose eingehen. Das Schaffen mit Textilen Arbeiten und Stickereien umfasst zwar nur einen kleinen Teil des Werkes der rumänischen Künstlerin Lazăr, zeugt aber von ihrer Fähigkeit, das auch hier traditionell weiblich gelesene Handwerk mit zeitgenössischer Technologie zu kombinieren. Ihre mit Samt bespannten und umschleiften Stickrahmen zeigen die detailliersten Abbildungen seltener Orchideenarten, wie die Dracula Raven.
Hast du die Liste dieses Jahr schon besucht und bist vielleicht auch über diese Künstlerinnen gestolpert? Haben dich die ausgestellten Arbeiten der Kunstmesse überzeugt? Oder hättest du dir mehr Provokation gewünscht?
Übrigens: Natürlich habe ich für euch ausgezählt, wie viele Künstlerinnen auf der Liste vertreten sind. Insgesamt stellen 105 Galerien auf der Kunstmesse aus, davon repräsentieren 58 (!!!) Galerien Künstlerinnen:
Juliette Lena Hager (243 Luz & Co, London / Margate), Mackerel Safranski (A-Lounge Contemporary, Seoul), Valentina Artone (Acapella, Neapel), Amel Bashier (Addis Fine Art, Addis Abeba), Fiker Solomon (Afriart Gallery, Kampala), Megan Dominescu (Anca Poterașu Gallery Bukarest), Emma Adler (Anton Janizewski, Berlin), Natalie Sasi Organ (ara contemporary, Jakarta), Bernadette Van Huy, Lili Reynaud Dewar, Catherine Österberg, Ann-Sofie Back, Calla Henkel (alle Beau Travail, Stockholm), Lauren Satlowski (Bel Ami, Los Angeles), Lydia Ericsson Wärn (Brunette Coleman, London), Ileana Arnaoutou & Ismene King (Callirrhõe, Athen), Najaax Harun (Catinca Tabacaru Gallery, Bukarest), Cecilia Bjartma Hylta, Clara Hausmann (beide Cherry Hill, Köln), Margaux Moonen Guillaume (Cibrián, San Sebastián), Gabriele Rothemann, Helena Huneke (beide City Galerie Wien, Wien), Katarzyna Przezwańska, Julia Kowalska (beide Coulisse, Stockholm), Clara Rotermund, Eva Noeske, Mia Sanchez (alle Courtney Jaeger, Basel), Minseo Kang (Cylinder, Seoul), Eyrie Alzate (Diana, Mailand), Beatričė Mockevičiūtė, Gerda Paliušytė (beide Drifts, Vilnius), Erin Calla Watson (Ehrlich Steinberg, Los Angeles), Elena Jones (Espacio Derivado, Sevilla), Gretchen Lawrence & Margaret Tashkova (Galerina, London), Marilyn Boror Bor (Galería Extra, Guatemala-Stadt), Mookmintra Jariyavidyanont, Miyabi (beide Gallery Ver, Bangkok), Lim Heejae (G Gallery, Seoul), Margherita Moscardini (Gian Marco Casini, Livorno), Alina Kleytman (Gunia Nowik Gallery, Warschau), Noorain Inam (Indigo + Madder, London), Thea Lazăr (Ivan, Bukarest), Noémie Degen (King's Leap, New York), Sarah Bogner (Livie Gallery, Zürich), Francesca Facciola (Lodovico Corsini, Brüssel), Mariann Metsis ()Margot Samel, New York), Maryam Jafri (Matteo Cantarella, Kopenhagen), Ju Young Kim (max goelitz, München/Berlin), Clémentine Bruno (Nicoletti, London), Chathuri Nissansala (Niru Ratnam, London), Shiho Saito (Numanohashi, Tokio), Yaz Taşçı (Ozgoren Gallery, Istanbul), Hamra Abbas, Irem Tok (beide PiLOT Gallery, Istanbul), Elina Vainio, Pamela Brandt, Milka Luhtaniemi (alle Pitted Dates, Helsinki), Ruofan Chen (Shower, Seoul), Lisa Herfeldt (Roland Ross, Margate), Coco Klockner (Romance, Pittsburgh), Aurora Arazzi (sangheeut, Seoul), Tereza Glazova (sentiment, Zürich), Sanna Helena Berger (Shahin Zarinbal, Berlin), María-Elena Pombo (Sorondo Projects, Barcelona), Sara Wu, Teyu Wang (ssspacespace, New Taipei City), Cécile Lempert (Super Super Markt, Berlin), Daria Koltsova (Suprainfinit, Bucharest), Johanna Ulfsak, Daria Koltsova (beide Temnikova & Kasela, Tallin), Katie Shannon (Tina, London), Rose Ras (Vin Vin, Wien), Rikako Kawauchi (Waitingroom, Tokio), Miriam Kongstad (Wilson Saplana Gallery, Kopenhagen), Wei Leng Tay (Yeo Workshop, Singapur).



























Kommentare